Vom heimischen Feld bis zur Abfüllung in Hauenstein
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Schwarzkümmel verbinden viele Menschen vor allem mit Ägypten und dem orientalischen Raum. Auch die Saaten, die wir für unsere Schwarzkümmelöle verarbeiten, stammen bislang überwiegend aus dem arabischen Raum. Doch inzwischen findet die besondere Pflanze auch auf deutschen Feldern eine neue Heimat.
Gemeinsam mit einem erfahrenen Saatgutexperten und landwirtschaftlichen Betrieben haben wir von der Südwestpfalz aus die Schwarzkümmelinitiative Deutschland ins Leben gerufen. Was als ungewöhnliche Idee begann, hat sich innerhalb kurzer Zeit zu einem überregionalen Anbauprojekt entwickelt.
Schwarzkümmel auf rund 150 Hektar
Im Jahr 2024 begannen wir damit, den Anbau von Schwarzkümmel unter deutschen Bedingungen vorzubereiten und praktisch zu erproben. Mittlerweile wächst die Pflanze innerhalb unseres Netzwerks auf rund 150 Hektar in verschiedenen Regionen Deutschlands.
Nach unserer Kenntnis handelt es sich damit derzeit um das größte Anbauprojekt dieser Art in Deutschland.
Die beteiligten Landwirte begleiten den Schwarzkümmel von der Aussaat über die Entwicklung der Pflanzen bis zur Ernte. Ein erfahrener Saatgutexperte unterstützt das Projekt bei der Auswahl geeigneter Saat. Wir bei Nigellio konzentrieren uns auf das, was wir besonders gut können: die schonende Verarbeitung der schwarzen Saat zu kaltgepresstem Schwarzkümmelöl.
„Was einmal als ungewöhnliche Idee begann, ist heute ein bundesweites Netzwerk. Besonders stolz macht uns, dass dieses Projekt seine Wurzeln hier in der Südwestpfalz hat“, sagt Timo Keller, Geschäftsführer der Wasgau Ölmühle GmbH.
Die erste Ernte ist für Herbst 2026 geplant
Wenn sich die Kulturen wie vorgesehen entwickeln, soll im Herbst 2026 die erste Ernte im Rahmen des Projekts stattfinden. Anschließend möchten wir die Saat in unserer Ölmühle schonend kaltpressen und das daraus gewonnene Schwarzkümmelöl direkt hier in Hauenstein abfüllen.
Damit läge die gesamte von uns verantwortete Herstellungskette in Deutschland: vom Anbau und der Ernte über die Kaltpressung bis zur Abfüllung des fertigen Öls.
Eine besondere Rolle spielt dabei die Auswahl des Saatguts. Nach bisherigen Analysen kann das daraus gewonnene Öl einen Thymochinon-Gehalt von etwa zwei bis drei Prozent erreichen. Welche Werte mit der ersten regulären Ernte unter den unterschiedlichen deutschen Anbaubedingungen tatsächlich erzielt werden, müssen entsprechende Untersuchungen zeigen.
Über die Erntemengen, die Qualität der Saat und die Analyseergebnisse werden wir transparent informieren, sobald belastbare Daten vorliegen.
Eine neue Heimat auf deutschen Äckern
Der Anbau einer Pflanze, die bislang vor allem mit wärmeren Herkunftsländern verbunden wird, ist ein anspruchsvolles Vorhaben. Böden, Niederschläge, Temperaturen und Erntebedingungen unterscheiden sich von Region zu Region. Deshalb steht für uns zunächst das Sammeln praktischer Erfahrungen im Mittelpunkt.
Hinter dem Projekt stehen Menschen, die gemeinsam etwas Neues aufbauen: Landwirte, die sich auf eine bislang ungewöhnliche Kultur einlassen, ein Saatgutexperte, der die passende Saat auswählt, und unser Team in Hauenstein, das die Ernte später schonend zu Schwarzkümmelöl verarbeiten möchte.
So entsteht Schritt für Schritt eine nachvollziehbare Wertschöpfungskette für Schwarzkümmel aus deutschem Anbau – mit kurzen Wegen, persönlichen Partnerschaften und einer Verarbeitung in der Südwestpfalz.
Wir freuen uns darauf, diesen besonderen Weg zu begleiten und transparent zu dokumentieren: von den ersten Pflanzen auf dem Feld über die Ernte der schwarzen Saat bis zum goldenen Öl, das schließlich bei uns in Hauenstein abgefüllt wird.